„Unglaublich, wie groß euer Kind geworden ist“, heißt es gerade noch aus dem eigenen Umfeld und plötzlich vergehtn die erste Zeit viel zu schnell und die Kita-Zeit steht vor der Tür.
Verbunden mit vielen offenen Fragen, Gedanken oder auch Ängsten beginnt ein neuer Abschnitt, ein neuer Meilenstein für das Kind, aber auch für Eltern.
Unsere Aufgabe ist, Sie als Eltern in dieser Zeit zu unterstützen und Ihnen Raum zum Ankommen zu geben. Ohne zeitlichen Druck oder einen starr festgelegten Plan möchten wir Ihrem Kind einen sensiblen Einstieg in den Kita-Alltag ermöglichen, bei dem sich alle Beteiligten rundum wohlfühlen können.
„Ein Kind braucht das Gefühl von Zuverlässigkeit und Sicherheit, um eine positive Entwicklung zu durchlaufen.“ (Albrecht et al.,2017,S.164) heißt es in der Bindungsforschung. Diese wollen wir Ihnen und Ihrem Kind versuchen zu geben.
Für Sie als Familie ist die Eingewöhnung von großer Bedeutung und kann eine Herausforderung darstellen. Vielleicht wird Ihr Kind das erste Mal außerhalb betreut und die neue Situation ist mit viel Aufregung verbunden. Daher richten wir uns nach den individuellen Bedürfnissen Ihres Kindes.
Kommt ein Kind das erste Mal in die neue Betreuung, wird es mit vielen neuen Eindrücken, Impulsen und emotionalen Erfahrungen konfrontiert. Neben den Eltern gibt es nun weitere Bezugspersonen. Zu Beginn ist zunächst ein Pädagoge für das Bindungsbedürfnis Ihres Kindes verantwortlich und versucht mittels Geduld und Feingefühl eine Beziehung aufzubauen. Der Handlungs- und Erkundungsspielraum wird erweitert, wenn sich Ihr Kind sicher fühlt und es die neue Situation einordnen kann.
Die Eingewöhnung ist für jedes Kind eine tolle Chance in den Kita-Alltag hineinzuwachsen und Kontakt zu gleichaltrigen Kindern zu knüpfen. Genauso zu Kindern anderer Alterstufen, sodass die Kinder sich gegenseitig unterstützen können und voneinander lernen. In der Kitazeit werden grundlegende soziale Fähigkeiten erprobt, die als Grundlage für das weitere Leben dienen. Dieser Prozess wird von unseren geschulten Pädagogen begleitet.
Im nachfolgenden stellen wir Ihnen das Berliner Eingewöhnungsmodell in seinen einzelnen Phasen vor. Im ersten Abschnitt zur Eingewöhnung in der Krippe, anschließend für den Elementarbereich und für den Übergang zwischen den verschiedenen Gruppen.
Wir bei Kita Käptn Kaninchen arbeiten nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell, welches sich in erster Linie auf die Bindungstheorie von John Bowlby stützt. Dieser geht davon aus, dass jeder Mensch ein Bedürfnis nach Bindung hat, welches tief in uns steckt. Eine über das Leben gefestigte Bindungssicherheit ist Voraussetzung für unsere Persönlichkeitsentwicklung. Das Berliner Eingewöhnungsmodell ist in mehrere Phasen unterteilt:
Sie legen als Familie fest, wer die Eingewöhnung mitbegleiten möchte. In der Regel gibt es im Berliner Modell eine feste Bezugsperson. Diese kommt mit dem Kind am ersten Tag in die Kita und es findet ein Kennlerngespräch mit dem neuen Bezugserzieher statt. Dort können Sie wichtige Fragen stellen, der Ablauf der Eingewöhnung wird erklärt und Sie teilen Ihrem Bezugserzieher wichtige Informationen zu Ihrem Kind mit. Dieses Gespräch kann auch im Gruppenraum stattfinden, sodass Ihr Kind einen ersten Eindruck von dem Raum bekommt, während es bei Ihnen ist.
Am nächsten Tag geht es richtig los. Sie kommen in die Kita und bleiben ungefähr eine Stunde gemeinsam dort, um sich den Alltag anzuschauen.Das Kind soll nicht überzeugt werden, sich zu lösen, jedoch ermutigt und unterstützt, wenn es sich umschauen möchte. Die Bezugsperson hält sich eher im Hintergrund und bildet durch Blickkontakt den sicheren Hafen zum Kind. So weiß es: Du bist noch da und ich bin sicher. Die pädagogische Fachkraft ist in einer beobachtenden Rolle und versucht einen ersten Kontakt aufzubauen, beispielsweise durch Anregungen zum Spiel. In dieser ersten Phase wird meist noch kein Trennungsversuch unternommen.
Bezugsperson und Kind bleiben vorerst einige Zeit gemeinsam im Gruppenraum und nach etwas Zeit verabschiedet sich die Bezugsperson vom Kind. Hier ist eine klare Kommunikation sehr wichtig! Die erste Trennung erfolgt ganz kurz und die Bezugsperson bleibt in unmittelbarer Nähe (vor der Tür). Die Art und Weise wie das Kind reagiert sind das ausschlaggebende Kriterium für den weiteren Verlauf dieser Phase. Je nach Kind kann die Eingewöhnung nun länger oder kürzer andauern. Wichtig ist, die Bedürfnisse des Kindes wahrzunehmen und darauf entsprechend zu reagieren und es richtig zu begleiten. Nach jedem Tag sind die pädagogischen Fachkräfte mit der Bezugsperson im Austausch. Sorgen, Bedürfnisse oder Wünsche können jederzeit geäußert werden.
Die pädagogische Fachkraft und das Kind beginnen Vertrauen zueinander aufzubauen und die Bezugsperson überlässt nun häufiger der Fachkraft auf das Kind einzugehen. Nun werden die Trennungsphasen nach und nach erweitert, jedoch sollte die Bezugsperson stets erreichbar und in der Nähe sein. Gerade in dieser Phase wird das Tempo und auch die gesamte Dauer der Phase maßgeblich vom Kind bestimmt.
Die Bezugsperson verabschiedet sich nun vor dem Gruppenraum vom Kind, ist allerdings stets erreichbar. Die Betreuungsstunden werden Stück für Stück an die gewünschte Dauer herangeführt und erweitert. Sobald das Kind die pädagogische Bezugsfachkraft als erste Instanz sieht und mit seinen Bedürfnissen zu ihr kommt, kann die Eingewöhnung als abgeschlossen angesehen werden. Das Kind öffnet sich nun mehr und mehr dem ganzen pädagogischen Team und wird gegenüber den Kindern offener.
Sollte sich dies für Sie als Eltern neu und seltsam anfühlen, seien Sie beruhigt: Wenn Sie zum Abholen an der Tür stehen, ist das neben den vielen zahlreichen Erlebnissen im Kita-Alltag ein Highlight und eine große Freude für Ihr Kind. Und falls es mal nicht so sein sollte und das Kind traurig ist, dass der Kita-Tag zu Ende ist, dann hat alles genau richtig funktioniert. ☺
Das Kind bestimmt das Tempo!
Das Berliner Eingewöhnungsmodell dient als Orientierung für die gemeinsame Erziehungs- und Bildungspartnerschaft zwischen Ihnen und uns als Einrichtung. Die Angaben, Zeiten, Phasen können nicht als statistischen Konzept angesehen werden, welches auf jedes Kind gleichermaßen anzuwenden ist. Ihr Kind bestimmt das Tempo und unsere Aufgabe besteht darin, uns danach zu richten. Daher können wir zu Beginn nie genau sagen, wie lange die Eingewöhnung dauern wird. Doch planen Sie mindestens drei Wochen ein.
Hat Ihr Kind die Krippe nicht besucht und wird in den Elementarbereich eingewöhnt, dann orientiert sich die Eingewöhnung gleichermaßen am Berliner Eingewöhnungsmodell und seinen unterschiedlichen Phasen. Je nachdem, wie oft Ihr Kind in seinen ersten Jahren schon Erfahrungen mit Fremdbetreuung gemacht hat, kann die Eingewöhnungphase kürzer andauern, als in der Krippe. Doch auch hier gilt: Das Kind gibt das Tempo vor.
Hat Ihr Kind bei uns die Krippe besucht und wechselt nun in unseren Elementarbereich wird dieser Übergang von unseren pädagogischen Fachkräften begleitet. Die Krippenkinder, die fast drei Jahre alt sind, schnuppern in einer kleinen Gruppe häufiger im Elementarbereich und knüpfen erste Kontakte zu den Älteren. Ein Bezugserzieher begleitet diesen Prozess und steht mit Ihnen im Austausch und berichtet Ihnen beim Abholen von ihren Beobachtungen.
Der Übergang wird Stück für Stück gestaltet und es gibt kleine Meilensteine, wie beispielsweise am Mittagessen der größeren Kinder teilzunehmen oder sie auf einen kleinen Ausflug zu begleiten.
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Als Vorbereitung für den neuen Abschnitt ist Kommunikation mit Ihrem Kind ein wichtiger Bestandteil. Über das Thema Kita zu sprechen, sich den Ort anzuschauen, Bücher über die Kita anzusehen, können wichtige Impulse sein, um Ihr Kind auf die neue Erfahrung vorzubereiten. Aber auch Rituale spielen eine wichtige Rolle. So kann eine feste Umarmung, die nie fehlen darf oder ein bestimmtes Kuscheltier, welches immer dabei ist, Sicherheit geben. Den Abschied mit Ihrem Kind können Sie üben, wenn Sie mit Großeltern oder Freunden zusammen sind. Das Kind lernt vor allem eins: Abschied bedeutet gleichermaßen auch, dass meine Eltern zurückkommen. Durch mehrfaches Wiederholen entsteht die Sicherheit, dass dieser Prozess immer dem gleichen Muster oder Ablauf folgt. Für das Kind entsteht eine Routine.
Es ist wichtig, die Gefühle, die Ihr Kind hat wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Gleichzeitig, und das stellt natürlich eine Herausforderung dar, ist es notwendig, dem Kind den nötigen Raum zu geben und es, wenn es sich dazu bereit fühlt, explorieren zu lassen. Es kann hilfreich sein, sich mit anderen Eltern über die eigenen elterlichen Gefühle, Ängste oder Sorgen auszutauschen. Genauso können diese auch stets mit den Pädagogen kommuniziert werden.
So viele neue Eindrücke, Informationen und Abläufe. Die neue Situation „Kita-Alltag“ kann herausfordernd sein. Tauschen Sie sich jederzeit mit uns aus und kommen Sie mit Ihren Fragen auf uns zu. Auch der Austausch mit anderen Eltern oder Freunden kann hilfreich sein. Und wenn Sie sich unsicher sind, wie Sie Ihr Kind am besten unterstützen können- seien Sie einfach da. Sie sind der sichere Hafen, mit dem die Eingewöhnung beginnt, die Person, die täglich zurückkehrt. Darauf kann Ihr Kind bauen.
Durch das Berliner Eingewöhnungsmodell ist die Eingewöhnung in verschiedene Phasen gegliedert, die individuell an Ihr Kind angepasst werden. So passieren allen neuen Meilensteine Schritt für Schritt.
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